Parlament Budapest

Die ungarische Kaiserkrone wurde 1999 nach aufwendiger Restaurierung im Ungarischen Parlament zu Budapest aufgestellt und ist seit dem der Öffentlichkeit zugänglich. Für den Schutz dieses wertvollen Kulturerbes sorgt eine speziell entwickelte, freistehende Vitrine der Firma Glasbau Hahn, Frankfurt a. Main.

Da dieses Exponat sowohl aus verschiedenen Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin, als auch aus organischen Werkstoffen wie Perlmut und leicht oxidierbaren Stoffen wie Eisenspangen und -nieten besteht, ist eine Konservierung in sauerstoffarmer und gleichzeitig feuchter Atmosphäre in sensiblem Gleichgewicht nötig. Der Sauerstoffgehalt wird durch permanentes Spülen mit Stickstoff reduziert. Da dieser jedoch aus einer Hochdruckflasche zugeführt wird, muss das Gas vor der Einleitung in die Vitrine nachbefeuchtet und die gesamte Atmosphäre permanent ausgetauscht werden.

Die organisch eingefärbten Textilien und die kunstvoll bemalten Teilverziehrungen des Zepters und der Krone sind extrem Lichtempfindlich und dürfen nicht stärker als mit 270 Lux UV-freiem Licht beleuchtet werden.

Lagerbedingungen zu überwachen und eine schnelle Reaktion auf eventuelle Abweichungen zu gewährleisten wurde zusätzlich zur aufwendigen Klimaregelung im Vitrinensockel eine eigenständige, von der internen Steuerung unabhängige Überwachung der Verhältnisse integriert. Diese Überwachungseinheit wurde von uns auf Basis des RSM TRF 01 DeLUX Handmessgeräts entworfen und mit einem RS485-Datenmodul und externer Stromversorgung in das bestehende System integriert.

Die interne Überwachungseinheit erfasst alle relevanten Daten des Vitrinenklimas wie Sauerstoffkonzentration, Beleuchtungsstärke, Relative Feuchte und Temperatur. Die ermittelten Daten werden über eine Datenleitung in den Wachraum des Parlaments weitergeleitet und dort mit Hilfe eines PCs analysiert, permanent zur Anzeige gebracht und archiviert. Bei einer eventuellen Überschreitung der engen Toleranzgrenzen wird am PC ein entsprechender Alarm ausgelöst. Eine Datenfernüberwachung kam wegen des sensiblen Sicherheitsbereichs nicht in Frage, deshalb wird die Mitteilung des zuständigen Personals vom diensthabenden Wachpersonal übernommen.

Wartungsarbeiten an der Klimasteuerung und –überwachung sind durch die nötige Deaktivierung des Alarmsystems nur zu bestimmten Zeiten, mit befugtem Sicherheitspersonal und nur in zeitlich befristetem Rahmen möglich. Um dennoch eine angemessene Wartung des Systems zu gewährleisten wurden die Sensoren für Beleuchtungsstärke, Relative Feuchte und Temperatur in gleichen Bauformen gefertigt und über Manschetten von unten in die Vitrine eingebracht. Der Restsauerstoff-Sensor, der das wartungsintensivste Element der Anlage darstellt, kann über einen Gewindering innerhalb weniger Minuten abgenommen, am Gerät nachjustiert und neu montiert werden, ohne dass die Vitrine geöffnet werden muss. Jeder Kanal eines Messwertnehmers kann während der Arbeiten vom Alarm freigeschaltet werden. So wird die Messung der verbleibenden Messgrößen nicht unterbrochen.

 © 2007, Krah & Grote